Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Mathematisch-Naturwissen­schaft­liche Fakultät - Didaktik der Physik | Physics Education Research

Ändern Phänomene das Interesse? Analyse der Konnotationen der Physik bei Schülerinnen und Schülern als Folge phänomenbasierten Unterrichts.

Martin Wagenscheins Appell „Rettet die Phänomene“ hat die fachdidaktische Diskussion bis heute beeinflusst, weit über das Fach Physik hinaus, alle Alterstufen einschließend und stets kontrovers. Von den Befürwortern eines phänomenbasierten Unterrichts wird ein positiver Einfluss auf das Interesse unterstellt. Für diese normativ begründete und durch zahlreiche episodische Befunde gestützte Vermutung fehlt jedoch die empirische Fundierung. Lernpsychologische Untersuchungen belegen, dass die Physik bei den Schülerinnen und Schülern Konnotationen besitzt („Physik ist schwierig, fremdbestimmt und männlich“), die eine positive Interessenentwicklung behindern. Ferner konnte gezeigt werden, dass jene Konnotationen durch ein modifiziertes Lehrangebot kurzfristig veränderbar sind. Wir erwarten, dass sich die Konnotationen auch als Folge einer Unterrichtseinheit verändern, die phänomenbasierte Konzeptualisierungen gegenüber modellbasierten favorisiert. So könnte die Zunahme des Interesses an Physik als Folge phänomenbasierten Unterrichts belegt werden. Im Rahmen des Projekts wird eine phänomenbasierte Unterrichtseinheit zur Optik entwickelt und von zuvor instruierten Lehrkräften in einer kontrollierten Intervention unterrichtet. In enger Kooperation mit dem Institut für Psychologie der Humboldt-Universität wird ein bewährtes Testinstrumentarium zur Erfassung impliziter Assoziationen und expliziter Äußerungen adaptiert und in einem Pre/Post/Follow-Up Design eingesetzt.

Do phenomena alter interest? Survey of students’ connotations of physics caused by phenomenon-based education.

Martin Wagenschein’s appeal „Save the phenomena“ did influence subject-didactic discussion until today, way beyond subject physics, including all age groups and controversial all the time. Supporters of phenomenon-based education are alleging a positive influence on interest of physics. For this normative substantiated, and with numerous episodic results supported assumption do not exist any empirical foundation. Psychological studies verify that physics does possess connotations at students (“Physics is difficult, heteronomous and masculine”) interfering positive development of interest. Furthermore it has been shown that these connotations were alterable through a modified proposal for teaching within shortest time. We expect that connotations will alter in consequence of a teaching sequence that favours phenomenon-based conceptualization versus model-based. There would be the possibility to approve increase of interest in Physics as a consequence of phenomenon-based education. For purposes of the project there will be developed a phenomenon-based teaching unit with topic optics. This will be taught by beforehand instructed qualified teachers in a controlled intervention. In close cooperation with Institute of Psychology at Humboldt University will be adapted an approved test instrument for measuring implicit associations and explicit self-reports in a pre/post/follow-up design.

 

Logo_BMBF

 
Mitarbeiter
Publikationen

Westphal, N. (2014). Evaluation von phänomenbasiertem Physikunterricht: Seine Merkmale und Wirkungen auf Stereotypen, Selbstkonzept und Interesse (Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Mathematisch-Naturwisenschaftliche Fakultät). Zugriff unter http://edoc.hu-berlin.de/docviews/abstract.php?id=40858

Westphal, N., Schön, L.-H. & Grebe-Ellis, J. (2011). Merkmale phänomenbasierten Physikunterrichts. In H. Grötzebauch & V. Nordmeier (Hrsg.), PhyDid B - Didaktik der Physik. Beiträge zur DPG-Frühjahrstagung 2011 in Münster. Deutsche Physikalische Gesellschaft.

Westphal, N. & Schön, L.-H. (2011). Ändern Phänomene das Interesse? Analyse der Konnotationen der Physik. In D. Höttecke (Hrsg.), Naturwissenschaftliche Bildung als Beitrag zur Jahrestagung in Potsdam 2010 Gestaltung partizipativer Demokratie. Münster: Lit.

Westphal, N. & Schön, L.-H. (2010). Farbwahrnehmungen bei Schattenexperimenten und Schwarz/Weiß-Diaprojektionen. In D. Höttecke (Hrsg.), Jahrestagung in Dresden 2009-Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens zwischen Phänomen und Systematik. Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik. Münster: Lit.

Westphal, N., Müller, M. & Grebe-Ellis, J. (2009). Wie aus farbigen Schatten bunte Bilder hervorgehen - Experimente zur Zwei-Farben-Projektion. In H. Grötzebauch & V. Nordmeier (Hrsg.), Beiträge zur Frühjahrstagung in Bochum 2009. Deutsche Physikalische Gesellschaft.